Informationen zur IJsselbiennale

NL EN

Bei der IJsselbiennale handelt es sich um eine Kunstveranstaltung entlang der IJssel. Die IJsselbiennale stellt eine Ode an die IJssel dar, den schönsten Fluss der Niederlande. Wie genau? Indem mithilfe der Kunst die Geschichte des Flusses und der Region dargestellt wird. 2013 entstand die Idee, alle zwei Jahre eine Route mit Kunstwerken nationaler und internationaler Künstler im öffentlichen Raum zu erstellen, entlang der schönsten Orte der Region. 2017 können wir Ihnen endlich die erste Ausgabe präsentieren.


Das Thema der ersten IJsselbiennale

Als Folge des weltweiten Klimawandels hat sich in den letzten Jahren auch die IJssel grundlegend verändert. Darum haben wir die Künstler darum gebeten, sich den Ursachen und Folgen des Klimawandels für das IJsseltal zu widmen. Themen wie die Formbarkeit der Natur, Hochwasser und Überschwemmungen spiegeln sich in Kunstwerken wider, die Träume, Wunschbilder oder auch ungeschönte Untergangsszenarien darstellen. 


Das Klima wandelt sich - die Kunst verwandelt sich

Für viele Künstler stellen die niederländischen Flusslandschaften eine Inspirationsquelle dar. Landschaftsmotive blicken innerhalb der Kunst auf eine lange Tradition zurück. Das Verhältnis zwischen Künstler, Natur und Landschaft ist an ständig wechselnde Umstände geknüpft. Wenn sich die Landschaft verändert, verändert sich die Kunst mit ihr.

Durch den Klimawandel hat sich das Flussbild der Niederlande bereits in den letzten zehn Jahren stark verändert. Im Jahre 2007 wurde mit der Entwicklung und Umsetzung des Projekts "Platz für den Fluss" begonnen: ein Projekt der Rijkswaterstraat, in dessen Rahmen die Flusslandschaften drastisch angepasst wurden, um den Hochwasserschutz zu erhöhen.   Dadurch wurde der Anblick der Landschaft verändert - mitunter auf Kosten des Flussbildes, an das viele Niederländer sich gewöhnt hatten. Andererseits hat der aktive Eingriff in Natur und Landschaft in den Niederlanden auch eine jahrhundertealte Tradition.

Wir nehmen den Fluss vor allem als Teil der Landschaft war, er stellt jedoch so viel mehr dar: Industrie, Wirtschaft, Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei, Transport, Architektur, Schifffahrt, Tourismus usw. In erster Linie ist ein Fluss "ein natürliches Fließgewässer", hier in den Niederlanden haben wir jedoch auf alle möglichen Arten und Weisen unseren Willen aufgezwungen, selbst wenn es nur darum ging, dem Wasser hier und dort freie Hand zu lassen.

Das zentrale Thema der IJsselbiennale ist die Reaktion der Künstler auf diese Veränderungen. Das Podium für deren Einbildungskraft ist dabei das IJsseltal zwischen Doesburg und Kampen. Achtundzwanzig Künstler aus dem In- und Ausland wurden dazu eingeladen, Kunstwerke an besonderen Orten zu erschaffen. Das Verhältnis zwischen dem Fluss als Gegenstand der Natur und als vom Menschen beherrschter Wasserlauf im Zeitalter des Klimawandels stellte dabei den Ausgangspunkt für die Künstler dar. Ihre Kunstwerke zeigen, dass es verschiedene Arten und Weisen gibt, mit Veränderungen umzugehen, auch wenn man diese nicht selbst im Griff hat. Bei einem mäandernden Fluss wie der IJssel weiß man nie genau, was einen nach der nächsten Flussbiegung erwartet. Die Perspektive verändert sich ständig. Und auch die Kunst verwandelt sich. In Zusammenarbeit mit den städtischen Museen entlang des Flusses ermöglicht diese einzigartige Veranstaltung einen Einblick darin, auf welche Weise sich unsere veränderliche Beziehung zur IJssel in der Kunst widerspiegelt.

Alex de Vries

2. März 2017